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© Nicole Rampa
Mirko Baselgia
transience – a study of an inner state
7. März bis 26. Juni 2026
Vernissage:
Freitag, 6. März 2026 • 18.30 Uhr
Artisttalk:
Freitag, 24. April 2026 • 18.30 Uhr
transience – studies of an inner state
Die Ausstellung versammelt Arbeiten, die Material als Zustand untersuchen. Holz, Aluminium, Glas, Pigment und organische Prozesse erscheinen hier nicht als Träger von Bildern, sondern als Elemente eines Gefüges. Struktur, Oberfläche und Auflösung zeigen sich als unterschiedliche Momente innerhalb eines fortlaufenden Wandels.
Der erste Raum bildet den Ausgangspunkt. remaining structure zeigt einen Keilrahmen ohne Leinwand – Struktur ohne Haut. Die Arbeit legt das Trägersystem der Malerei frei, das normalerweise im Hintergrund bleibt. Der Rahmen hält, ohne etwas halten zu müssen. Er wurde im Sandguss aus Aluminium hergestellt, einem Material, das sich durch erneutes Erhitzen wieder verformen und erneut verwenden lässt. Das «Verbleiben» bezieht sich auf die Tradition der Malerei selbst: auf das, was bestehen bleibt, wenn Bildträger und Bild fehlen.
Mit fault line erscheint eine fragile Konstellation. Eine einzelne Glasscherbe hängt im Rahmen, gehalten und zugleich gefährdet. Die Struktur scheint stabil, könnte jedoch jederzeit versagen. Gewicht, Spannung und Gleichgewicht werden sichtbar als Kräfte, die Form nur vorübergehend stabilisieren.
Der zweite Raum entfaltet eine Reihe von Reliefs aus Holzschindeln. Ausgangspunkt ist ein einfaches System aus Grundplatte, Schindel und Verbindung. Durch minimale Verschiebungen der Elemente entstehen unterschiedliche Zustände: Verdichtung, Öffnung, Bewegung oder Auflösung der Struktur. Die Arbeiten erscheinen wie Momentaufnahmen innerhalb eines Systems, das sich kontinuierlich verändert.
Im dritten Raum treten Zeichnungen hinzu, die mit Tinte aus dem Pilz Coprinus comatus entstanden sind. Dieser Pilz ist für seine Autolyse bekannt – einen Prozess, bei dem sich der eigene Körper verflüssigt. Die Zeichnungen entstehen aus diesem Material und zeigen Spuren von Ausbreitung, Konzentration und Zerfall. Form erscheint hier als etwas Zeitliches.
Im Untergeschoss wird die Ausstellung auf eine elementare Ebene zurückgeführt.Eine Leinwand mit Pigmentreaktionen erscheint dort ohne konstruktive Struktur. Ihr Format entspricht dem Aluminiumrahmen im ersten Raum – ein leises Echo innerhalb der Ausstellung. Farbe erscheint hier als Sediment eines materiellen Vorgangs, nicht als Darstellung.
Die Ausstellung bildet kein geschlossenes Narrativ. Vielmehr entsteht ein Feld von Zuständen, in dem Struktur, Spannung und Auflösung miteinander verbunden sind. Form erscheint dabei stets nur vorübergehend.